Chief Digital Officer: Held der Arbeit

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Sandra Hartwig

Bedroht der Aufstieg des Chief Digital Officers den Marketingleiter? Der neue Supermanager macht ihm immer mehr Aufgaben streitig. Viele große deutsche Firmen haben in den letzten Monaten einen Chief Digital Officer (CDO) eingestellt: der Elektronik-Händler Media-Saturn, der Reisekonzern Tui, die Versicherungsgruppe Allianz oder der Modemacher S. Oliver. Künftig wird jede vierte Firma weltweit einen obersten Digital-Offizier haben, prognostiziert das Marktforschungsunternehmen Gartner. Seit 2014 hat sich ihre Zahl weltweit mehr als verdoppelt, Tendenz steigend.  Der neue Digital Leader ist kein Tekkie. Er ist ein Tausendsassa, der sich mit neuen Algorithmen ebenso gut auskennt wie mit Absatzwirtschaft. Der CDO soll Anführer der digitalen Revolution im eigenen Unternehmen sein. Sein Job ist es, der Firmenkultur digitalen Spirit einzuimpfen und Produkte und Geschäftsprozesse von alter Denke auf New Economy zu trimmen. Der Digital Chief neuer Prägung ist ein Häuptling und sitzt in der Regel in der Chefetage. Er ist meist nur dem Konzernboss verantwortlich.

Der CDO ist der Überflieger der neuen Zeit. Er redet fast überall mit – denn schließlich wird alles digital. Damit kommt er sich zwangsläufig ins Gehege mit einem Superhelden der älteren Generation: dem Chief Marketing Officer (CMO) – ein Multimanager aus analogen Tagen.

„Mit dem CMO gibt es sicher die meisten Reibungspunkte“, bestätigt Dwight Cribb. Der Hamburger Headhunter hat sich bereits vor Jahren auf das Suchen und und finden des begehrten neuen Managertyps spezialisiert. „Von seinem klassischen Selbstverständnis her ist das MArketing das Epizentrum des Unternehmens. Jetzt übernimmt häufig ein CDO die Deutungshpheit über das, was der Kunde will.“

Der Text ist ein Auszug aus dem Beitrag vom 29. März 2016 aus der werben & verkaufen.