Wann ein Chief Digital Officer einen Mehrwert bieten kann - Nicole Mai von im Interview

vor 8 Stunden

Wer sind diese Cribbs eigentlich – und wenn ja, wie viele? Heute: Robert Neuhann

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Ann-Catrin Boll

Zu unseren Aufgaben als Headhunter gehört es, unseren Kandidaten viele (teils auch persönliche) Fragen zu stellen. Unzählige Artikel beschreiben, wie man sich am besten auf ein Gespräch mit einem Personalberater vorbereitet: was sie wissen wollen und was die besten Antworten sind. Doch wie lauten die Antworten auf private Fragen, wenn ein Headhunter sie selbst beantworten muss? Das werden wir in den kommenden Monaten herausfinden: Wir befragen uns selbst! Den Anfang macht heute Robert Neuhann, Consultant.

Wer bist du?

Kurz und schmerzlos und ohne Anekdoten sei es gesagt: Robert Neuhann, Jahrgang 1983, geboren an der polnischen Grenze in Vorpommern – den Ort kennt sowieso niemand, was auch nicht weiter tragisch ist. Abitur, Zivildienst in der Intensivmedizin. 2003 Umzug in mein (immer noch) sehr geschätztes und geliebtes Berlin. Studium der Wirtschaftswissenschaften und der Psychologie. Verheiratet, keine Kinder. Nordlicht und Wahlhamburger.

Wie bist du zur Personalberatung gekommen?

Wie so viele: Zufall. Während des Studiums – vor meinen drei Monaten in den USA (Portland, OR, eine tolle Zeit und Erfahrung!) – wollte ich gerne etwas Praxiserfahrung sammeln. Ein Praktikum musste also her. Ich bewarb mich bei allerlei Unternehmen, so auch bei Kienbaum. Und ich muss gestehen, naiv dachte ich damals an Unternehmensberatung – denn so hatte ich Kienbaum im Kopf abgespeichert. Und vor allem hatte ich mir wenig Chancen ausgerechnet. Einen Tag nach meiner Bewerbung ereilte mich ein Anruf mit der Bitte um ein Gespräch, welches wiederum zwei Stunden nach dem Anruf stattfinden sollte. Anzug finden, Hemd bügeln, im Bus M41 aus Kreuzberg bis zum Potsdamer Platz Wikipedia-Kurzvorbereitung – ich überzeugte im Gespräch und meine Laufbahn in der Personalberatung konnte beginnen.

Robert Neuhann

Warum tust du das, was du machst?

Ich bin Personalberater aus Leidenschaft. Ich liebe meinen Beruf – (fast) jeden Tag – trotz der Rückschläge, die es manchmal gibt. Es ist und bleibt ein anspruchsvolles Projektgeschäft und (Achtung, das ist nicht nur so daher gesagt!) die Arbeit mit Menschen – egal ob Kollegen, Kunden oder Kandidaten – bedeutet mir viel. Es ist die Vielzahl der Biografien, denen man jeden Tag am Telefon oder in direkten Gesprächen begegnet. Die persönliche Geschichte der Menschen, der Familien, die hinter dem Gesprächspartner stehen, die vielen spannenden und völlig unterschiedlichen beruflichen Werdegänge, sei es mit oder ohne Bruch. Es sind die Unternehmensentwicklungen und -perspektiven, die man beobachten darf. Das macht unseren Beruf so spannend und abwechslungsreich. Und es ist auch ein Stück weit die Begleitung von Menschen in ihrem beruflichen Umfeld über eine sehr lange Zeit. Es gibt viele Kandidaten, die ich nun schon seit mehr als sechs Jahren begleite – als Personalberater ihres Vertrauens.

Was zeichnet Cribb aus?

Ich habe mittlerweile die eine oder andere Personalberatung kennenlernen dürfen (vom Marktführer in Deutschland bis hin zur Boutique) – sei als Angestellter oder durch Gespräche. Cribb hat eine ganz eigene Atmosphäre, die man kennen lernen kann, wenn man einmal bei uns vor Ort ist. Wir fühlen uns in erster Linie nicht als Personalberater, sondern zur Digitalen Wirtschaft zugehörig. Wir arbeiten miteinander, füreinander, für das Unternehmen und die Marke „Dwight Cribb“. Herr Hipp würde sagen: „Dafür stehen wir mit unserem Namen.“ :-) Unsere Spezialisierung auf eine einzige Branche ermöglicht uns deutlich tiefere Einblicke, als es bei Konkurrenten möglich ist. Dazu kommt der hohe Grad der Vernetzung. Bei jeder neuen Suche haben wir im Team bereits unzählige Kandidaten aus persönlichen Gesprächen vor Augen, die in Frage kommen könnten.

Was machst du, wenn du nicht arbeitest?

Sport – das ist mein wichtigster Ausgleich. (Beach-)Volleyball, Squash, Indoor-Klettern, Fitness, Laufen. Das muss sein. Neu hinzugekommen ist seit einiger Zeit das alpine Wandern. Raus in die Berge. Dazu neben der Fotografie die Klassiker: Musik, Lesen (mittlerweile bevorzugt Krimis – immer fesselnd, wenig anstrengend), Theater, Kino, Kochen und natürlich Freunde.

Empfiehl doch mal drei Webseiten.

www.twitter.com – nirgendwo gibt es schnellere Informationen zu den Themen, die gerade wichtig sind oder werden.
www.zeit.de – Qualitätsjournalismus. Und ab und zu eine Wortmeldung von Helmut Schmidt, allerdings nicht ohne Foto mit Zigarette!
www.newyorker.com – Ich liebe NY!

Was willst du unbedingt noch machen, was du bisher nicht geschafft hast?

Ich habe mir einen Traum im letzten Jahr erfüllt: über die Alpen von Oberstdorf nach Bozen, Italien, wandern. Aber das weckt Begehrlichkeiten. Mt. Everest? Mhmmm. Aber zumindest einen 8.000er, bevor ich sterbe.

Wobei wirst du schwach?

Schokolade. Egal welche. Punkt.

Vier Tage frei – Ideen für einen Kurztrip?

Ab nach Garmisch mit dem Zug. Zwei Tage in den Alpen wandern, auf Gipfeln stehen, den Wind spüren, urig auf Hütten übernachten. Ohne Handy.

Auf welchen Gegenstand könntest du nicht mehr verzichten?

Mein iPhone – nicht wegen der Kommunikation, sondern weil ein Leben ohne Musik für mich nicht vorstellbar ist. Ich funktioniere nicht ohne den einzigartigen Soundtrack für genau diesen Tag im Leben.

Zu guter Letzt: Sekt oder Selters?

Berge oder Meer? Berge. Freiheit, Stille, Ruhe und Einsamkeit.

Berliner Schnauze oder Hamburger Schnack? Natürlich Berliner Schnauze. Frech, zuweilen unhöflich, aber eigentlich immer gut gemeint und vor allem ehrlich und geradeaus!

Tablet oder Buch? Für die Zeitung? Tablet. Für das Buch? Die Realität. Die Haptik, die Bindung, das Cover, die Typographie und die Eselsohren kann kein Tablet ersetzen.

Currywurst oder Salat? Salat. Aber idealerweise muss es einmal im Monat die Currywurst sein. Ein Leben ohne Doppelt-Curry mit Pommes Rot-Weiß bei Curry36 am Mehringdamm ist denkbar, aber nicht lebenswert.

 

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