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Feature Artikel
Was wäre, wenn das Internet ausfiele?
(zeit.de vom 12.3.2009)
Gesperrte Flughäfen, Verkehrschaos und Hamsterkäufe. Der Magazin-Autor Jens Uehlecke hat für ZEIT Wissen bereits ein Szenario entworfen
Es begann an der Kreuzung 27th Street/Fifth Avenue mitten in New York. Am 23. März 2016, um kurz nach zwei Uhr morgens, knallte es gewaltig. Der Taxifahrer Juan Rodriguez war mit seinem
Wasserstoff-Ford in einen Kleinlaster gerast - die Ampel war ausgefallen. Rodriguez erlitt schwere Verbrennungen. Noch wusste niemand, dass er nur das erste Opfer einer unheilvollen Kettenreaktion
war, die soeben begonnen hatte.
Eine Viertelstunde später blinkte auf dem Bildschirm von Paul Kluus in Berlin eine Warnmeldung, die er nur zu gut kannte: »Infrastruktur-Ausfall, Level rot«. Der Text hatte wieder und wieder auf
seinem Monitor gestanden, allerdings nur im Training. Jetzt war der Ernstfall eingetreten. Mit »Infrastruktur« war das Internet gemeint; mit »Level rot«, dass es wirklich ernst um das Netz stand.
Kluus arbeitete als Techniker im Cyber-Krisenreaktionsstab von Innenministerium, BKA und Katastrophenschutz. Ministerin Küast hatte das Gremium 2011 gegründet, nachdem Hacker im Auftrag der
chinesischen Regierung ins Computernetz des Pentagons eingedrungen waren und Millionen geheimer Dateien gelöscht hatten - als Vergeltung für die Stationierung von US-Raketen in Taiwan.
Nie zuvor war deutlicher gewesen: Schlecht geschützte Computernetze waren die offene Flanke der industrialisierten Welt. Newsweek titelte: »Der dritte Weltkrieg wird mit Mäusen ausgefochten.« Was sich
nun an diesem Märzmorgen abspielte, war allerdings eine Nummer größer als der Pentagon-Angriff: Internet-Nutzer auf der ganzen Welt sahen auf ihren Monitoren statt der Seiten von Google, Googlebay
oder dem GoogleTunes Store nur noch den Hinweis: »Fehler: Server nicht gefunden«. Zuerst waren nur wenige Webadressen unerreichbar, dann wurden es stündlich mehr. Es war, als ob jemand das Internet
Leitung für Leitung kappen würde.
Nach dem Vorfall in New York häuften sich weltweit die Pannen in jenen Computersystemen, die auf das Internet angewiesen waren. An den Schaltern des Trudeau-Flughafens in Montreal war plötzlich kein
Check-in mehr möglich, weil das Reservierungssystem keine freien Plätze in den Fliegern fand. In Vietnam und Korea waren die Handyleitungen tot, in Frankreich gingen die Schranken an den Mautstationen
nicht mehr hoch.
Und in Ohio musste die Tür zum Kontrollstand eines Atomkraftwerks aufgeschweißt werden, weil das Schloss nicht mehr zu öffnen war. Kluus’ Team sollte nun herausfinden, woran all das lag. Hatte es
Anschläge auf wichtige Knotenpunkte gegeben? Waren vielleicht nur einzelne Länder vom Netz abgeschnitten, wie Pakistan nach einem Erdbeben 2005 oder Estland nach einem Angriff russischer Hacker 2007?
Die Ursache war schwer zu finden, schließlich waren selbst ihre Rechner offline. [mehr...]
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Aktuelles
Wirtschaftlicher Erfolg einer Online-Zeitung
(nzz.ch vom 10.3.2009)
Malaysiakinis Aufstieg zum führenden alternativen News-Portal
Wer sich in Malaysia ein Bild von den realen Verhältnissen verschaffen will, sollte die offiziellen Medien ignorieren. Malaysiakini, eine gut zehnjährige News-Plattform, ist gebührenpflichtig, hat
erst wenig Inseratenumsatz, schreibt aber seit vier Jahren schwarze Zahlen.
Im vergangenen November erlebten die Verantwortlichen bei Malaysiakini eine angenehme Überraschung: Malaysia Airlines, ein engstens mit der Regierung verbandeltes Grossunternehmen, placierte erstmals
ein Online-Inserat. Falls das führende alternative Informationsmedium des Landes, lange ein rotes Tuch für regierungshörige Zeitgenossen, noch eine anerkennende Bestätigung brauchte, hier war sie.
Bis zu einer Million Besucher pro Tag
Wer in Malaysia ein aufgeklärtes und kaufkräftiges Publikum und dazu Tausende von Lesern im Ausland erreichen wolle, so folgert Steven Gan, Gründer und Chefredaktor des «Blatts», könne diese Website
nicht mehr ignorieren. Lange genug hatten Regierung und Establishment die vor zehn Jahren gegründete Online-Zeitung links liegengelassen; bis vor kurzem blieb sie von offiziellen Pressekonferenzen
ausgeschlossen. [mehr...]
Klingelton soll gegen Schnupfen helfen
(gmx.de vom 3.3.2009)
Ein japanischer Klingelton-Vertreiber bietet ein ungewöhnliches Schnupfenmittel per Handy an.
Die neuen Klingeltöne sind zwar nicht sehr melodisch, doch sollen sie nach streng wissenschaftlichen Erkenntnissen von einem Vibrieren begleitet werden, das die Nase freimacht: Dafür genügt es, das
Handy 30 Sekunden lang an den Nasenrücken zu halten.
Laut dem Vertreiber Dwango soll der medizinische Ton auch bei Pollen-Allergien helfen. Die Vibrationen seien nach jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnissen auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von
Frauen und Männer abgestimmt.
Demnach entspricht der Klingelton für Männer der Note A - das sind rund 440 Schwingungen pro Sekunde - bei Frauen liegt er beim C und damit bei 532 Hertz.
Für alle Menschen funktioniert das Mittel jedoch nicht: Westliche "Langnasen", so schränkt das Unternehmen vorsorglich ein, könnten sich auf die Therapie nicht verlassen.
San Francisco surft ins Büro
(spiegel.de vom 8.3.2009)
Stau, Stress, stundenlange Fahrten - für die Pendler des Silicon Valley kein Problem mehr. Ein neues Hightech-Netz von Biosprit-Bussen bietet drahtloses Internet, Laptopanschlüsse und Café Latte. Das
Allerbeste an der Revolution: Endlich können die Nerds schon auf dem Weg ins Büro arbeiten!
Draußen zieht San Franciscos Skyline vorbei - drinnen die E-Mails und Nachrichten.
Auf der Fahrt ins Silicon Valley knautschen sich Menschen in schwarze Ledersitze. Schließen Laptops an Steckdosen in der Busarmatur an. Checken Web-Seiten. Loggen sich per Virtual Private Network
(VPN, mehr auf SPIEGEL Wissen...) in das Netzwerk ihrer Firma ein - und fangen schon mal zu arbeiten an.
Arbeitsweg mal anders: Drei Drahtlosnetz-Buslinien führen seit vergangener Woche von San Francisco ins Silicon Valley zu Tech-Königreichen wie San José, Sunnyvale oder Mountain View. Aufgemotzt mit
Wireless Lan, Kabelfernsehen und einem Bordservice, der Café Latte, Muffins und Joghurt mit frischen Früchten reicht, vereinen die Busse technologischen Machbarkeitswahn und kalifornische
Öko-Attitüde. Das Drahtlosnetz soll Tech-Pendler dazu bewegen, vom eigenen Auto auf umweltschonende Verkehrsmittel umzusteigen.
Neil Dsouza, 24, ist unter den ersten Gästen im neuen Nerd-Luxusliner. Er ist Programmierer beim IT-Riesen Cisco in San José. Doch dort im Silicon Valley will er nicht wohnen. Seine Wohnung liegt im
etwa 60 Kilometer entfernten San Francisco. Wie die meisten, die im Valley arbeiten, muss er pendeln.
Die neue Buslinie hält er für eine attraktive Alternative zum eigenen Auto: "Die Zeit, die ich sonst hinterm Lenkrad säße, kann ich jetzt produktiv nutzen", sagt Dsouza. Nur Zeitung zu lesen und Musik
zu hören reichte ihm nie als Anreiz fürs Busfahren - doch jetzt kann er im Netz surfen.
Etwas mehr als eine Stunde dauert die Fahrt von San Francisco ins Valley. "Wir geben den Pendlern jede Woche zehn Stunden ihrer Lebenszeit zurück", sagt Gary Bauer, Betreiber der Buslinie und CEO des
Unternehmens Bauer's Intelligent Transportations. Die Zeitersparnis ist allerdings nicht ganz billig. 8,20 Dollar kostet eine Fahrt im Nerd-Luxusliner. [mehr...]
US-Antidrogenbehörde: Marihuana schlecht für Computerspieler
(golem.de vom 10.3.2009)
Kampagne der US-Regierung warnt Spieler vor Drogenkonsum
Britische Gesundheitspolitiker warnen, Computerspiele könnten zu einem frühen Tod führen, amerikanische Drogenpolitiker hingegen weisen auf die Gefahren von Drogen für Computerspieler hin - es drohten
schlechtere Spielergebnisse.
"Das Rauchen von Haschisch beeinflusst die Aufmerksamkeit, Konzentration, Wahrnehmung, Koordination und Reaktionszeit - viele Eigenschaften, die nötig sind, um auf einem Computerspiele-Schlachtfeld zu
gewinnen und den Gegner zu besiegen." So warnt eine amerikanische National Youth Anti-Drug Media Campaign vor den Gefahren des Drogenkonsums. Hinter der Kampagne steckt das direkt im Weißen Haus
angesiedelte Office of National Drug Control Policy.
Neben Daten und Fakten über die Wirkung von Drogen gibt es auf der offiziellen Webseite zwei Videos, in denen Sims-ähnliche Figuren auftreten. Die Kampagne, die den Titel "Abovetheinfluence" trägt,
stellt gewöhnlich andere Auswirkungen von Drogen in den Vordergrund - etwa für Gesundheit, Aussehen oder Lebenserwartung.
Auf den ersten Blick mag die Kampagne der US-Drogenbeauftragten skurril wirken. Auf den zweiten zeigt sie immerhin, dass Computerspiele offenbar so stark Akzeptanz in der Gesellschaft gefunden haben,
dass damit breitenwirksam genug Öffentlichkeitsarbeit betrieben werden kann.
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