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Feature Artikel
Unser Leben im Netz
(zeit.de vom 1.5.2008)
Das Internet schafft Gewinner und Verlierer. Es erfordert neue Formen der Flexibilität. Es zwingt uns, immer wieder neu zu entscheiden. Doch wir sollten die Chancen nutzen
Gemeinhin stellt man sich Medien wie Pipelines vor, durch die Information fließt. Das ist auch vollkommen richtig, jedenfalls wenn diese Metapher wirklich verstanden wird. Vergegenwärtigen wir uns
einmal ein Netz von Pipelines: Wie verändert es die Welt? Nicht nur durch das darin strömende Öl oder Gas, sondern auch durch seine Existenz. Es verteilt Zugangspotenziale, schließt Länder und
Regionen zusammen, wirtschaftlich und politisch, es schafft Konflikte und Koalitionen - allein schon dadurch, dass es vorhanden ist.
Und nun das Internet: Es ist permanent und fast überall zugänglich, »information at your fingertips«, wie Bill Gates vor Jahren formulierte. Eine Alltagswirklichkeit wie die Tapeten in unseren Räumen.
Immer da. Und während Sie diese Sätze lesen, schnurrt die Globalisierung um Sie herum weiter, und Sie können jederzeit via Internet in sie hineinsehen, sie eigenhändig weitertreiben. Das Netz stattet
uns mit dem Potenzial aus, uns am Weltgeschehen, am Lokalgeschehen, am Individualgeschehen zu beteiligen, egal wo.
Was wollen Sie als Nächstes tun? An der New York Times Online mitschreiben, den Streit um einen Bebauungsplan in Kleinkleckersdorf weiterführen, auf Facebook oder Twitter mit einer Gruppe von Menschen
kommunizieren, jemandem eine E-Mail senden? Oder einmal eine Zeit lang gar nicht auf Mails und Community-Nachrichten und SMS reagieren, was ja ebenfalls ein Signal ist? Tun Sie, was Sie wollen - durch
sein bloßes Vorhandensein hat das Internet, so wie wir es heute kennen, unsere Existenz verändert. Unsere Art, die Welt wahrzunehmen und von ihr wahrgenommen zu werden.
Das Netz berührt alle Sphären des sozialen Daseins. Die Arbeit, den Güteraustausch, den Konsum, die Privatsphäre, die Öffentlichkeit. Schon allein dadurch, dass es möglich ist, mit Hilfe des Internets
von einer dieser Sphären zur anderen zu springen, ja zwischen ihnen zu oszillieren. Was heutzutage - und zu Recht! - beklagt wird, nämlich die unablässige Störung und Unterbrechung, der Verfall der
Konzentration, das sind Kosten; der Zugewinn ist die Freiheit, sich in jedem Moment für die Teilnahme an einer dieser Sphären entscheiden zu können. [mehr...]
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Aktuelles
Wer hat Angst vorm Schwarzen Loch?
(nachrichten.t-online.de vom 12.6.2008)
Die Angst vor dem Ende der Welt - vielleicht sogar menschengemacht - treibt viele um. Klimaschützer, Sekten und nun auch einzelne Forscher. Der Grund: Das Kernforschungszentrum CERN in Genf will ab
Herbst 2008 mit seinem Teilchenbeschleuniger LHC eine Experimentenreihe aufnehmen, bei dem Schwarze Löcher entstehen könnten. Winzig kleine zwar, aber trotzdem furchterregend genug etwa für den
Tübinger Biochemiker und Chaosforscher Otto Rössler. "Irgendwann prallen sie dann doch mit Erdteilchen zusammen und fressen sie auf", vermutet er.
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Versandhandel: Physiker helfen Otto beim Sparen
(abendblatt.de vom 20.5.2008)
Was haben Elementarteilchenphysik und ein T-Shirt aus dem Versandhandel gemeinsam? Eine ganze Menge, sagt der Physikprofessor Michael Feindt. Der Spezialist von der Uni Karlsruhe hilft jetzt dem
Hamburger Versandhandelsriesen Otto, seine Absatzprognosen zu verbessern. Der Konzern hat mit Feindts Firma Phi-T ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet und verspricht sich davon Einsparungen im
zweistelligen Millionenbereich.
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Kauft Chips, Aliens!
(spiegel.de vom 13.6.2008)
Spam fürs Weltall: Radioastronomen in der Arktis haben Werbegeschichte geschrieben und den Zwergstern "47 Ursae Majoris" mit einer sechsstündigen Dauerreklamebotschaft bombardiert. Wenn es dort
Außerirdische gibt, müssen sie einen Promo-Spot ertragen - über amerikanische Tortillachips. Longyearbyen - Die Werbe-Pioniertat ereignete sich auf Spitzbergen, nur etwas mehr als 1000 Kilometer vom Nordpol entfernt. Sechs Stunden lang sendeten die Anlagen des europäischen Forschungsprogramms
EISCAT eine 30-Sekunden-Botschaft ins rund 42 Lichtjahre entfernte Sternbild Großer Bär.Der Inhalt der interstellaren Botschaft: Nicht Friedenswünsche oder Grüße, keine Informationen über das
Sonnensystem, den Planeten Erde, den Homo sapiens. Stattdessen: Werbung. Das Teleskop schickte den Spot eines US-Produzenten von Tortilla-Chips ins All. Als MPG-Datei, codiert in Nullen und Einsen
(siehe Video). Erdacht hatte den in Stop-Motion-Technik realisierten Streifen ohne Alien-spezifische Inhalte ein 25-Jähriger Chipskäufer aus Großbritannien.
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US-Kleinstadt wirft Google raus
(gmx.de vom 03.6.2008)
Im Norden der USA leistet ein kleines Dorf Widerstand gegen die Kameras von Googles "Street View", Reklamewände schauen dich an, bundesweite Demos für "Freiheit statt Angst". North Oaks ist ein beschauliches Städtchen im ebenso beschaulichen US-Bundesstaat Minnesota. Und die 4500 Einwohner möchten auch, dass das so bleibt. Für übertriebene Neugier, und dann auch noch von
Wildfremden, haben sie gar nichts übrig. Selbst die Straßen sind seit 24 Jahren privates Eigentum, wer nicht im Ort wohnt, darf sie nicht benutzen. Auch nicht anschauen oder gar fotografieren. Die
Gemeinde forderte jetzt Suchmaschinenbetreiber Google auf, sämtliche Fotos, die im Rahmen des "Street View"-Projekts für den Kartendienst Google Maps gemacht wurden, wieder zu entfernen.
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