|
Feature Artikel
Die Matrix des Wandels
(manager-magazin.de vom 9.9.2009)
Die Zeit nach der Krise ist eingeläutet. Aber wie geht es weiter? Die Zeichen mehren sich, dass ein neue Generation von Managern und Kunden heranwächst, die eine andere Auffassung von Lebensqualität
und Luxus haben. Dieser Paradigmenwechsel wird viele Unternehmen zum Umdenken zwingen. Sonst findet der Aufschwung ohne sie statt.
Hamburg - Im medialen Sommerloch erblühen die ersten zarten Pflänzchen des sich nach der Krise abzeichnenden Aufschwungs. Die Exporte ziehen in Deutschland wieder an. Die Bestellungen aus dem Ausland
nahmen im Juni und Juli zu. Der Dax klettert beständig nach oben. Binnen weniger Monate ist er um 50 Prozent gestiegen. Die Banker schielen schon wieder nach üppigen Boni. Die Politiker versprechen
Vollbeschäftigung. "Business as usual. Zurück zum Tagesgeschäft" könnte man meinen.
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und so ist das Bestreben, die gelernten Muster weiterzuverfolgen nichts Ungewöhnliches. Wir werden also erleben, wie die Gier das Hirn mancher Anleger wieder
ergreift. Wie Banken durch spekulative Geschäfte an der Insolvenz vorbeischlittern. Deutschlands bekanntester Soziologe Ulrich Beck fragt in einem Essay für die Frankfurter Rundschau besorgt: "Ist nun
das Zeitfenster für die Zivilisierung des Marktfundamentalismus schon wieder geschlossen?" Er beobachtet den Stillstand in einem "zugleich bankrotten und nicht bankrotten globalen System des
neo-neoliberalen Staatskapitalismus, ohne Alternative?". [mehr...]
|
Aktuelles
Der Mythos vom durchleuchteten Bewerber
(zeit.de vom 1.9.2009)
Vielen Personalern fehlt die Zeit für umfangreiche Internetrecherchen. Googeln gehört jedoch dazu. Wer sparsam mit privaten Daten im Netz umgeht, kann sich profilieren
Vorsicht mit privaten Daten im Internet? "Mal ehrlich, dieser Ratschlag ist doch eine Binsenweisheit", sagt Annette Gerlach, Personalerin bei einem größeren Unternehmen in der Chemiebranche und selbst
gerade in der Bewerbungsphase. Dass man intensiv über einen Bewerber recherchiert, komme erst von der Führungsetage an vor, nach dem Durchschnittsbewerber werde allenfalls gegoogelt. "Natürlich
googeln wir, welche Treffer auf der ersten Seite kommen, aber in sozialen Netzwerken nach Informationen zu suchen oder gar nach Bildern, Videos oder Forumseinträgen schauen wir erst bei Bewerbern, die
sich um eine repräsentative Stelle bewerben", erläutert Gerlach. Die Suche nach den Partybildern oder den unseriösen Bekanntnschaften der Bewerber sei ein Mythos. Dafür fehle den Personalern schlicht
die Zeit. Selten habe sie erlebt, dass über Praktikanten, Auszubildende oder Mitarbeiter auf den unteren Hierarchieebenen umfangreich recherchiert wurde, sagt Annette Gerlach.
Zwar hat eine Befragung des Bundesverbraucherschutzministeriums ergeben, etwa ein Viertel der befragten Unternehmen nutze im Bewerbungsprozess auch Informationen aus sozialen Netzwerken. 16 Prozent
gaben an, Bewerber nicht zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu haben, weil der Eindruck zu schlecht war, den sie über diese Webseiten gewonnen hätten. Daraus sollte man jedoch keine übertriebene
Panik ableiten, sagt Annette Gerlach. [mehr...]
Auch im Internet lassen sich die Preise drücken
(welt.de vom 8.9.2009)
Feilschen lohnt sich auch im Online-Shop. Wer seinen Wunsch freundlich formuliert, kann schnell Rabatte aushandeln. Meist genügt eine Mail. Verbraucherschützer bekamen im Test durchschnittlich sieben
Prozent Nachlass. Manche Händler legen auch Zusatzartikel drauf oder verzichten auf die Versandkosten.
Seit das Rabattgesetz im Jahr 2001 gekippt wurde, dürfen die Deutschen nicht nur im Warenhaus, sondern auch beim Internethändler feilschen - ohne Augenkontakt, sondern bequem per E-Mail: "Aber leider
denken nur wenige Verbraucher an diese Möglichkeit", sagt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.
Wir wollten wissen, ob das Internet tatsächlich zum Basar wird, wenn Kaufwillige versuchen zu feilschen. Per Mail baten Tester von WELT ONLINE bei 13 Internetgeschäften um einen Rabatt für die
digitale Spiegelreflexkamera "Canon EOS 5D Mark II" inklusive Objektiv, die normalerweise mehr als 3000 Euro kostet. Und tatsächlich: Vier Händler waren bereit, am Preis "etwas zu machen".
Jeder dritte Händler gab Rabatt
Besonders attraktiv war das Angebot von "dvcut.de" - hier sollte es nicht nur einen Abzug von vier Prozent oder umgerechnet rund 120 Euro geben, sondern auch noch eine Speicherkarte und einen
Ersatzakku im Wert von 150 Euro. Mitbewerber "power-versand.com" war immerhin bereit, 50 Euro zu erlassen. In den Angeboten von "cyberport.de" und "NexxtDirect.de" wurden die Versandkosten von zwölf
beziehungsweise 14,99 Euro erlassen - immer genügte eine einzige Mail. [mehr...]
Karrierefalle Perfektion
(computerwoche.de vom 3.9.2009)
Perfektionisten haben den Anspruch, immer 100 Prozent oder mehr zu leisten. Sie sind für alles verantwortlich und kontrollieren es. Sie arbeiten am liebsten allein. Im (Berufs-)Leben haben Sie es
darum oft schwer.
Auf den ersten Blick sind Perfektionisten für ein Unternehmen die perfekten Mitarbeiter. Sie streben feherlose und überdurchschnittliche Leistungen an, sie fühlen sich allein dafür verantwortlich,
dass alles klappt. Sie handeln nach dem Grundsatz "Alles ist machbar, man muss sich nur anstrengen". Nein-Sagen geht nicht - wer wirklich will, kann immer noch ein bisschen mehr. Doch Mitarbeiter, die
eine solche Haltung an den Tag legen, können kaum mit Fehlern umgehen oder werten es schon als völliges Versagen, wenn sie einmal nicht die angestrebten 100 Prozent leisten. Sie arbeiten am liebsten
allein, denn Teamarbeit bremst sie eher aus. Gestresste Perfektionisten
Die Folge: Sie arbeiten länger als ihre Kollegen, sie sind schneller gestresst und schließlich unzufrieden. Das kommt auch daher, dass sie schlecht delegieren können und Aufgaben selbst erledigen oder
nachbearbeiten, die andere eigentlich machen können. Sie versuchen oft, zu viele Aufgaben auf einmal zu erledigen, verzetteln sich im Kleinkram und konzentrieren sich zu wenig auf die wesentlichen
Dinge. Fristen halten sie nur unter Termindruck ein, da sie sich zu viel vorgenommen haben. So empfehlen sich Perfektionisten immer seltener für den beruflichen Aufstieg: Sie erwecken den Eindruck,
dass sie ihre Arbeit nicht oder nur unter erheblichem Mehraufwand schaffen. IBM fand in einer Befragung von 1000 deutschen Beschäftigten heraus, dass der Bekanntsheitsgrad im Unternehmen und eine
souveräne Ausstrahlung den beruflichen Aufstieg am meisten beeinflussen, während dieser von der Qualität der eigenen Arbeit nur zu zehn Prozent abhängt. [mehr...]
Gehe nicht über "Los", aber über Google Maps
(stern.de vom 9.9.2009)
"Monopoly", der Klassiker des Kapitalismus am Wohnzimmertisch, bekommt eine Onlinevariante. "Monopoly City Streets" ist kostenlos - und bezieht die ganze Welt mit ein. Denn das Spielfeld nutzt Google
Maps.
Auch für das gute alte Brettspiel "Monopoly" bricht das Online-Zeitalter an: Der Straßen- und Gebäudekauf wird bald nicht mehr nur am Wohnzimmertisch mit Würfel, Spielgeld und Ereigniskarten möglich
sein, sondern auch per Mausklick im Internet. Dafür kooperiert "Monopoly" mit den Online-Straßenplänen von GoogleMaps, wie der Hersteller des Gesellschaftsspiels mitteilte. Die Online-Spieleversion
ist kostenlos und soll am Mittwoch starten.
In "Monopoly City Streets", so der Name des Spiels, ist vieles anders als in der Ursprungsversion. Es gibt keine Reihenfolge mehr, in der die Spieler rotieren. Auch die Ereigniskarten fehlen, ins
Gefängnis muss daher niemand mehr. Damit ist auch die bekannte Aufforderung "Gehe nicht über Los" verschwunden. Startzeiten für Spielrunden gibt es nicht. Wer am längsten spielt, hat Vorteile. [mehr...]
"Papi wollte eh nie mit nach Rimini"
(spiegel.de vom 2.9.2009)
Lustige oder skurrile Dialoge in der U-Bahn, im Supermarkt oder auf der Straße - einmal mitgehört, landen sie im Internet auf der Seite belauscht.de. Nach drei Jahren gibt es jetzt ausreichend
belauschte Unterhaltungen für ein Buch. SPIEGEL ONLINE hat ein paar Perlen ausgewählt.
In einer S-Bahn in München: Mutter und Sohn sitzen einer etwas übergewichtigen Dame gegenüber. Der Sohn, deutlich hörbar, zur Mutter: "Gell Mami, über die dicke Frau reden wir erst, wenn wir zu Hause
sind?"
Vielen Menschen in Deutschland gelingt täglich ein Stückchen Comedy - manchmal ungewollt, manchmal mit Absicht.
"In Köln auf dem Marktplatz. Ein Krankenwagen mit Blaulicht und Sirene braust vorbei. Neben mir ein händchenhaltendes Liebespaar, das auch die Straße überqueren will. Sie zu ihm, mit einem Kopfnicken
auf den Krankenwagen weisend: 'Horch Schatz, sie spielen unser Lied!'"
Komische Situationen und Gespräche kommen täglich zustande: im Bus, beim Arzt, auf der Straße oder bei der Arbeit. An solchen Orten mitgehörte Dialoge werden seit einigen Jahren auf der Internetseite
belauscht.de veröffentlicht.
Etwa der Dialog einer vierköpfigen Familie auf dem Weg in den Urlaub, die in der Bahn belauscht wurde: "Die Bahn fährt an. Vater (stöhnend): 'Mist, ich hab vergessen zu stempeln.' Tochter (ca. neun,
laut fragend zur Mutter): 'Fährt Papa jetzt schwarz? Ist das nicht illegal?' Vater: 'Ich renn' an der nächsten Haltestelle raus und stempel.' Die U-Bahn kommt zum Stehen. Der Vater rennt raus, Türen
gehen zu und die Fahrt geht ohne Papa weiter. Daraufhin die etwas ältere Tochter ganz nüchtern: 'Papi wollte eh nie mit nach Rimini.'" (Mehr Beispiele finden Sie in der Bilderstrecke oben). [mehr...]
|
|
|